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Sany Bedburg

Kommt Sany oder kommt Sany doch nicht? Viele Menschen in Bedburg und Bergheim mochten kaum noch glauben, dass sich der chinesische Baumaschinenhersteller doch noch im Industriepark Mühlenerft ansiedelt. Vom Bekanntwerden der Pläne bis zur Grundsteinlegung ist schließlich ein dreiviertel Jahr und seitdem noch ein weiteres Jahr vergangen. Doch nun ist offenbar alles klar: Bedburgs Bürgermeister Gunnar Koerdt, seine Bergheimer Kollegin Maria Pfordt und Sany-Geschäftsführer Daniel He erklärten, dass spätestens Mitte Juli mit dem Beginn der Bauarbeiten zu rechnen ist. Lediglich einige Genehmigungen von Behörden müssten jetzt noch eingeholt werden.

He erläuterte gestern im Bedburger Schloss, dass in einer ersten Bauphase eine 11 000 Quadratmeter große Produktionshalle entstehen wird. Darüber hinaus soll ein 3300 Quadratmeter großes Büro- und Kantinengebäude gebaut werden. Zeitgleich wird ein Hotel errichtet, in dem Sany-Mitarbeiter oder Besucher, die nur eine Zeit lang vor Ort sind, untergebracht werden. Darüber hinaus sind ein 10 000 Quadratmeter großes Prüfungsgelände, eine 30 000 Quadratmeter große Verkehrsfläche und ein 6500 Quadratmeter großes Verwaltungsgebäude geplant. Insgesamt nimmt Sany dafür eine 250 000 Quadratmeter große Fläche in Anspruch. „Vertraglich vereinbart wurde, dass die Arbeiten im Sommer 2011 abgeschlossen sein müssen“, betonte He. Entsprechende Verträge mit Generalunternehmern wurden am 31. Mai unterschrieben.

Koerdt und Pfordt verwiesen darauf, dass zahlreiche Unternehmen aus der Region ebenfalls an den Arbeiten beteiligt werden. „Alle werden von der Sany-Ansiedlung profitieren, dies gibt einen Impuls für die gesamte Region.“ Über die genaue Höhe der Investition wollte He gestern nichts sagen.

Bei der Zahl der wahrscheinlichen Mitarbeiter war der Sany-Geschäftsführer auskunftsfreudiger. „In einem Fünfjahresplan gehen wir davon aus, dass es mindestens 300, vielleicht aber auch über 600 sein werden.“ Die genaue Zahl hänge auch von der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung ab. Neben Arbeitern und Facharbeitern suche sein Unternehmen Servicekräfte, Manager und besonders Diplom-Ingenieure der Fachrichtungen Hydraulik, Maschinenbau und Elektrotechnik.

Rund 80 Prozent der künftigen Mitarbeiter sollen aus der Region, aus Deutschland oder dem EU-Ausland, lediglich 20 Prozent aus China kommen. Unklar ist derzeit noch, wo die Mitarbeiter künftig leben werden. Eine Option hat Sany auf Flächen vor der Kasterer Tennishalle. Dort könnten mehrstöckige Gebäude für die Chinesen errichtet werden. Auf der Baustelle entlang der Landstraße 213 dürfte schon bald viel los sein. Bis zu 300 Arbeiter – in Spitzenzeiten sogar noch mehr – werden dort bis zum nächsten Sommer beschäftigt sein.

Denkbar ist, dass nach einem ersten dann schon bald ein zweiter Bauabschnitt folgen wird. „Das hängt aber davon ab, wie sich unser Markt und die Wirtschaft weiter entwicklen werden“, betonte He. Sollte dies zur Zufriedenheit der Chinesen verlaufen, stünden weitere 150 000 Quadratmeter zur Verfügung.

Eine Prognose dazu war Geschäftsführer He aber nicht zu entlocken. Er verwies auf die wirtschaftliche Krisensituation: Ihr sei es schließlich bereits geschuldet gewesen, dass sich der Beginn des ersten Bauabschnittes so lange verzögert hätte.

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